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Grenada: Schokofest auf der Karibikinsel

 

 

Die Versuchung kommt direkt aus dem Dschungel Grenadas.

 

Schwarz ist sie, zum Teil ins Braune chargierend. Gefahr droht indes nicht, wenn man mal von ihrer Neigung absieht, sich bei allzu großzügigem Verzehr auf die Hüften zu legen.

 

Aber auch hier zeigt die karibische Verlockung ihre Vorzüge: viel Kakao, wenig Zucker, alles bio. Die Rede ist natürlich von Schokolade, deren Grundsubstanz (Kakao) im Regenwald der Karibikinsel wächst und in verschiedenen Manufakturen vor Ort zu einer Köstlichkeit von exzellentem Ruf veredelt wird. Dabei bezieht sich das Renommee ausschließlich auf Qualität und Geschmack. Was Menge, Automatisierung, Logistik und Vertrieb angeht, können die Insel-Chocolatiers mit den Konzernen aus der Alten Welt selbstredend nicht mithalten. Aber das ist auch nicht das Ziel.  

Als der als Aussteiger immigrierte US-Amerikaner Mott Green 1999 mit seinem einheimischen Freund und Rastafari Edmond Brown die Kooperation „Grenada

 

Chocolate Company“ (www.grenadachocolate.com) quasi als Keimzelle der Schoko-Produktion auf der Insel gründete, standen andere Ideen im Mittelpunkt. Während auch heute noch der überwiegende Teil der weltweit geernteten Kakaobohnen um den halben Erdball verschifft werden, wollte Mott diese in Grenada reichlich vorhandene Ressource direkt vor Ort verarbeiten. Sein Ansatz war ein nachhaltiger: pestizidfreier Anbau, faire Preise für die Erzeuger, Arbeitsplätze für Inselbewohner sowie ein Produkt, das höchsten Anforderungen gerecht wird.

 

„Tree to Bar“ lautete das Motto des 2013 tödlich verunglückten Pioniers. Der Weg, „Schokolade dort herzustellen, wo der Kakao wächst“, war indes kein leichter. Produktionsmethoden mussten an Klimabedingungen und Mengenbedarf angepasst, Maschinen entsprechend konzipiert werden. Als Autodidakt galt es, aus nicht allzu vielen Fehlern schnell zu lernen.

 

Das hat geklappt. Im aktuellen Grundsortiment bietet die Grenada Chocolate Company sechs biozertifizierte Schokoladen verschiedener Geschmacksrichtungen und mit unterschiedlich hohen Kakaoanteilen zwischen 60 % und 100 %. Zu beziehen sind die Tafeln auch online über verschiedene Vertriebspartner oder spezialisierte Schokoladen-Boutiquen.

 

Dass biologischer Anbau, faire Erzeugerentlohnung und hoher Produktionsaufwand ihren materiellen Gegenwert haben, dürfte sich von selbst verstehen. Wer Preise wie im Supermarkt erwartet, sollte auch besser dort einkaufen und sich mit Industrieware begnügen.

 

Auf die anderen wartet ein ganz besonderes Geschmackserlebnis, dem man auch als Urlauber vor Ort auf den Grund gehen kann. So findet auf Grenada in diesem Jahr zwischen 11. und 19. Mai zum fünften Mal das „Chocolate Fest“ statt. Ein Event für Profis ebenso wie für Genießer, bei dem sich alles um die Kakaofrucht dreht: um Anbau und Verarbeitung, vor allem aber um all die süßen und herben Verführungen, die aus ihr entstehen.

 

Das Probieren verschiedener Schoko-Sorten gehört da schon eher zum Standard. Wesentlich ausgefallener sind Präsentationen die zeigen, wie Bier oder Rum mit Schokolade eine wohlschmeckende Liaison eingehen oder Frühstück und Brunch um die entsprechende Komponente erweitert werden.

Nur gut, dass es bei all den lukullischen Reizen auch einen Workshop über den gesundheitlichen Nutzen des Schokoladenverzehrs gibt. Und wer nach all den süßen Verführungen ein wenig reuevoll in sich gehen möchte, kann dies auch: bei einer „Yoga Chocolate Meditation“.

 

Informationen unter www.puregrenada.com 

 

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© Angelika Feufel 2015